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CHANCEN DURCH BILDUNG unterstützt seit 1988 schulische und universitäre Bildung in Malawi. Dabei konnte bis heute über 2.000 Schülern der Schulbesuch ermöglicht, malawischen Gemeinden beim Bau von ca. 20 Schulen geholfen und mit Medikamenten zur Gesundheit von Schülern beigetragen werden.

Obwohl Malawi eine der wenigen stabilen Demokratien in Afrika besitzt, ist es eines der am wenigsten entwickelten Länder der Welt und darin mit Äthiopien, Angola, Sierra Leone und Ruanda vergleichbar. Die durchschnittliche Lebenserwartung von nur 37 Jahren ist u.a. Folge einer der weltweit höchsten Verbreitungsraten von HIV.

Klicken Sie hier für eine Übersicht der bereits durchgeführten Projekte von Chancen durch Bildung.


Hilfskriterien
  • Um einen optimalen Einsatz der Mittel zu gewährleisten, fördert CHANCEN DURCH BILDUNG grundsätzlich nur Projekte, die vor Ort nicht aus eigener Kraft vollständig realisiert werden können und bei denen eine signifikante Verbesserung der Situation Geförderten zu erwarten ist.
  • Um verschiedene Bildungsniveaus integriert zu unterstützen und um regionale Feedback- und Netzwerkeffekte zu nutzen, arbeitet CHANCEN DURCH BILDUNG mit regionalem Fokus an Projekten im Norden Malawis. Dies ermöglicht zusätzlich eine langfristige Zusammenarbeit mit einzelnen Gemeinden oder Districts und gewährleistet somit eine nachhaltige Verwendung der Mittel.
Innerhalb einzelner Projekte achtet CHANCEN DURCH BILDUNG auf:
  • Aktive Beteiligung der Gemeinden/Districts an der Projektrealisierung.
  • Projektabwicklung nur zusammen mit sich gegenseitig kontrollierenden Kontaktpersonen.
  • Auszahlungen der Gelder nur nach Nachweis des Projektfortschritts.
  • Für die Förderung von Studenten im Tertiärausbildungsbereich erwartet CHANCEN DURCH BILDUNG von den Bewerbern unter anderem Angaben über das Studium (Fach, Dauer, Abschlussqualifikation, Ort), die Ausbildungsstätte, einen Lebenslauf, das Schulabschlusszeugnis der Secondary School und eine Bestätigung des Lehrers, dass ein Bestehen der Tertiärausbildung zu erwarten ist.

Kontakt

Wir informieren Sie gerne per e-mail: info@chancendurchbildung.de oder Telefon +49 - 89 - 2621 4015.
Unsere Büroadresse ist Chancen durch Bildung e.V., Thierschstr. 46, D-80538 München; Fax +49 - 89 - 2121 4217.

Neue Mitglieder sind natürlich jederzeit willkommen!
Aktuelle Mitgliedsbeiträge pro Jahr: aktive Mitglieder €5, passive €30 (Schüler/Stundenten unter 30 Jahre €15).

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Team



Henrike Burmeister, PR-Beraterin
Eva Deutsch, Architektin
Clemens Dieterich, Soziologe
Georg Milz, Student der Ethnologie
Siegfried Numberger, Diplomkaufmann
Ines Rehm, Studentin der Ethnologie
Ingrid Seidel, Rentnerin
Sabine Seidel, Sonderschullehrerin
Udo Seidel, Rentner
Max Zeidler, PR-Berater

Zweigstelle Ulm:
Claire Ashiruka

Zweigstelle Berlin:
Ulrich Döbler, Architekt

Zweigstelle Hamburg:
Heiko Meihardt



Anstelle eines trockenen Organigramms ein flüssiger Text

Buch-Autorin Henriette Kuhrt (u.a. Jugendtexte-Sammlung "Milchmädchenrechnung") über Chancen durch Bildung im Januar 2004:

  Housemusik statt mitleidigem Blick
Wie eine Gruppe von jungen Münchnern den Ausbau des malawischen Bildungssystems fördert und dabei selbst einen Intensivkurs in Entwicklungshilfe absolviert.
Ein wenig karg sieht es aus: ein kleiner Raum mit hohen Decken, an der Schmalseite ein Fenster, auf einem Tischchen ein alter Computer, an der Wand ein ramponierter Schrank. Es riecht nach Behördenputzmitteln, das Licht im Flur ist schon aus, die Heizung auch.
Wenn sich der Vorstand des Malawi-Verein abends im dritten Stock des Wilhelmsgymnasiums im Lehel trifft, und der Vorsitzende Max Zeidler seinen schweren Aktenordner voller Arbeit aufklappt, wird schnell deutlich: dies ist keine Low-Budget-Veranstaltung. Dies ist eine No-Budget-Veranstaltung. Sieben junge Erwachsene sitzen auf den Schülerstühlen, Studenten, Doktoranden, Berufseinsteiger.
Heute auf der Agenda: Die Förderung von Studenten in Malawi, die Ausarbeitung eines Stipendiensystems und die Zusammenarbeit mit dem Orden der "Weißen Brüder", die ihnen ein Schulbau-Projekt vorgeschlagen haben, das der Unterstützung bedarf.
Seit fünfzehn Jahren schon gibt es den Verein "Chancen durch Bildung", der sich die "Förderung der Jugend Malawis" zur Hauptaufgabe gemacht hat. Zwanzig Schulbauten wurden so in dem südafrikanischen Land finanziert, Schulgeld für knapp 2000 Schülern bezahlt. Seine Gründung verdankt der Verein einem Zufall: Eine Schülergruppe des Wilhelmsgymnasiums besuchte eine Schule in Malawi, und fand dort ein gut ausgerüstetes Gymnasium nach englischem Vorbild vor. Doch das Prestigeprojekt des damaligen Diktators Hastings Kamuzu Banda war das einzige seiner Art und konnte nicht über das unglaubliche Elend hinwegtäuschen: Malawi zählt zu den ärmsten Ländern der Welt, hat eine Aids-Rate von etwa 20% und die Bewohner haben eine durchschnittliche Lebenserwartung von 37 Jahren.
Wieder zurück in München sammelten die Schüler auf dem Weihnachtsbasar Geld für eine Schule in Malawi - und nahmen so viel Geld ein, dass sie erst einmal einen Verein gründeten.
Seitdem haben die Vorstands-Mitglieder des Vereins gewechselt, und jeder von ihnen einen Crash-Kurs in Entwicklungshilfe absolviert. Und die gestaltet sich denkbar unromantisch: lange Reisen durch die afrikanische Steppe, Straßentheater und dankbare Kinderaugen sind nicht angesagt. Der Verein möchte die Verwaltungskosten so niedrig wie möglich halten und so reisen die Münchner alle drei Jahre einmal nach Malawi, um dort den Fortschritt ihrer Arbeit zu kontrollieren.
Das Team von Chancen durch Bildung verbringt seine Zeit vor allem mit Papierarbeit. Stiftungen anschreiben, um Geld zu aquirieren. Verträge mit den karitativen Organisationen vor Ort aufsetzen. Kontakte zu malawischen Regierungsmitgliedern knüpfen, zur deutschen Botschaft, zum Entwicklungshilfeministerium. Und Rechenschaftsberichte aufstellen, damit die Transparenz und damit die Glaubwürdigkeit ihrer Arbeit gewährleistet bleiben.
Zeidler hat Philosophie, Politik und Volkswirtschaft studiert, und ist seit einem Jahr bei dem Verein mit dabei. Wenn er von falsch verstandener Globalisierung, Human Development Index und der Korrelation von Bildung und Armut und Armut und Bürgerkrieg redet, merkt man ihm den intellektuellen Überbau seiner Arbeit an. "Das ist doch Globalisierung einmal anders gesehen:", sagt er, "dass ich von hier, von München aus, etwas in Afrika ändern kann". Der mitleidige Blick, mit dem in Europa über Afrika berichtet wird, ärgere ihn ein wenig, fügt er hinzu. Der Kontinent bestünde doch nicht nur aus Aids und Bürgerkrieg, sondern auch aus Jugendlichen, die Fußball spielen, sich verlieben und abends ausgehen wollen.
"Es gibt wahnsinnig gute Housemusik aus Südafrika" sagt er, "die so kraftvoll und lebendig ist, dass es richtig Spaß bringt, sie zu hören" Die haben sie dann im Herbst auch aufgelegt, bei der "Urban African Sounds Night" im neu eröffneten "Kulturkiosk KANZLER", der ehemaligen Buchhandlung Kanzler in der Gabelsbergerstraße.
Die Diskussion über das Stipendiensystem zieht sich noch lange in den Abend hinein. Als die Schulglocke zum letzten Mal läutet, weil das Gebäude jetzt geschlossen wird, zieht die Gruppe weiter in eine nahe gelegene Bar, um die Arbeit fortzusetzen. Was nützt den Menschen in Malawi mehr: drei Stipendien an Studenten vergeben, die sich die Unis sonst nicht leisten könnten oder für das gleiche Geld zwei Lehrer einzustellen, die an den Schulen unterrichten? Das sind Fragen, die in der Ferne, mehr als 7000 km von München entfernt, über Schicksale entscheiden. Die schwer zu beantworten sind, noch viel schwerer aus der Distanz heraus. "Wir wollen doch letztendlich nur eines", fasst Ulrich Döbler zusammen, ein Architekt mit zusammengebundenen Locken und einer sanften Stimme, der schon seit 13 Jahren mit dabei ist. "Dass es den Leuten da unten besser geht."


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